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Präludium

Freiheit war schon immer ein wichtiges Wort in Hamburg, der Freien Stadt, der Hansestadt, der Stadt von Weltformat. Diese Stadt wurde auf dem Blute Widukinds vom Clan der Gelehrten, den Brujah aufgebaut, bis vor einigen Jahrhunderten dieses Blut genommen wurde. Claude Didier Vicomte de Lantreuil, Ahn vom Clan der Könige (Ventrue), der sich der Ahnin Lady Eleonora Visconti vom Clan der Rose (Toreador) und der Alten vom Clan der Verborgenen (Nosferatu) Patrizia von Brabant bediente, trank das Blut des alten Sachsenfürsten und schwang sich selber zum Prinzen über Hamburg auf.

Vier Jahrhunderte dauerte seine Herrschaft.

Dann kam in der Nacht vom vierten auf den fünften Mai 1842 das große Feuer, der schrecklichste Brand, der jemals in Hamburg gewütet hat. Große Teile Hamburgs waren in Flammen gehüllt, selbst das Wasser in den Fleeten stand durch den Alkohol aus den Lagerhäusern in Brand. In dieser Nacht verschwand der Vicomte spurlos und tauchte erst über 150 Jahre später wieder auf. In den nachfolgenden Jahren wechselten die Prinzen über Hamburg in schneller Folge. Viele Geschichten, zu viele, um sie hier alle niederzuschreiben. Auf den Vicomte wurde durch den Justikar seines Clanes wegen des begangenen Amaranths am Blute Widukinds, heutzutage sagt man Diablerie, weltweit die Blutjagd ausgerufen, welche gegen Ende des vergangenen Jahrtausends vollzogen wurde. Lady Visconti, die dem Vicomte das Herzblut nahm, um sich daran zu laben, wurde wenig später für dieses schwere Vergehen am Blute Kains ebenfalls vernichtet.

So gehen wir in die jüngste Vergangenheit der Stadt. Kalte Asche senkt sich langsam im Jahre des Herrn 2000 n.Chr. auf die Reste eines Hauses in der Hamburger Innenstadt. Mit vibrierendem Blut steht sie vor dem Hause und lächelt sanft. Schließt die ihren in die Arme und geht, dreht dem Ort den Rücken zu. Eine kalte und schreckliche Nacht für die Kainiten Hamburgs, in Sekundenschnelle wurden die Starken und die Schwachen ausgelöscht. Vernichtet. Ein Schrei geht Tage später durch die deutsche Camarilla, danach ein Name. Mal gemurmelt, mal geschrieen aus Angst, mal aus Hass.

Patrizia von Brabant lautet er.Alle Hamburger Kainiten, so sagt man, kamen im Feuer um oder wurden gejagt und erlitten den endgültigen Tod. Trauer erfasst die Clane, nur die Nosferatu schweigen. So dringt bald Kunde an die Ohren derer, die nach Hamburg lauschen, dass das Schreckliche aus Hamburg abgezogen, ihre Brut gelassen, doch selbst entschwunden ist.

Schweigen breitet sich aus über Hamburg. Zeit vergeht und langsam, einen Fuß nach dem anderen, setzen vorsichtig Andere einen Fuss in die Stadt. Hamburg entsteht neu. Die Jungen teilen sich die Herrschaft, doch soll es nicht von Bestand sein. Hamburg in seiner Pracht und Herrlichkeit als stolze Stadt der Hanse und als Tor zur Welt soll nicht in den unvorsichtigen Händen von Neonaten und Ancillae liegen. Es muss sich erholen von dem schweren Schlag den es erfuhr.

So erscheint das alte Tier aus dem Norden in der Stadt. Er legt seinen Arm um die Jungen und lässt verkünden, dass die Stadt einen neuen Hüter hat, einen neuen Prinzen. Heinrich Johann von Logeberg, Ahn vom Clan des Tieres (Gangrel), führt die Stadt in die Zukunft. Doch liegen Steine auf dem Weg und andere neiden ihm sein Blut, seine Macht und seine Stadt.

Die Clane der Patrizier greifen nach der Krone. Der Fall des Paktes der Wölfe zwischen den Hansestädten Hamburg und Bremen im Jahre 2002 n.Chr. wird genutzt. Heinrich Johann von Logeberg legt die Prinzenwürde in die Hand einer Jüngeren, Daria Magnus vom Clan der Rose, eine Ancilla der Toreador. Ihr zur Seite gesellen sich als ihre Berater zwei weitere Patrizier: Herr von Stein vom Clan der Könige und Johannes von Ansbach von Haus und Clan Tremere. Man erhofft sich Stabilität. Doch Angriffe von Ghulen, gesandt durch einen Feind aus dem Nichts, machen sie in der ersten Hälfte des Jahres 2003 zunichte.
Im Verborgenen toben gar schreckliche Kämpfe. Viele Kinder Kains müssen für ihre Existenz streiten, anstatt sich der Sicherheit der Domäne widmen zu können. Einige gelten seit diesen Tagen als verschollen, einige sind wieder aufgetaucht.

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