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Diplomatie beginnt dort, wo der Krieg aufhört

“Man sagt, Drakon schrieb seine Gesetze mit Blut. Und als man ihn fragte, warum er den Tod als Strafe für die meisten Vergehen festlegte, antwortete er, so sagt man sich, ihm schienen auch die kleinen Vergehen den Tod zu verdienen und nur weil er keine schärfere Strafe für die größeren Vergehen kenne, sei er nicht bereit etwas zu ändern.” – Plutarch, Solon

 

Ein Fürst tot. Ein weiterer seines Großreiches beraubt. Ein Ahn im Duell gefallen und ein Ancilla seines Amtes enthoben.Man konnte sich ja denken, dass nicht jeder ungeschoren davonkommen würde, wenn die deutschen Fürsten sich zu einem Konzil treffen um über die Vergehen der jeweils anderen zu richten. Der Justikar der Brujah, Karol van der Voort hatte zu diesem Konzil gerufen, damit die deutschen Fürsten nicht von ihm gerichtet werden müssten. Niemand wollte die Aufmerksamkeit dieser Bestie noch mehr auf sich ziehen als unbedingt nötig und so kamen Ende April die Fürsten, ihre Vertreter und Gesandtschaften in großer Zahl aus ganz Deutschland, oder wie die älteren es nannten “die Fürsten des Reiches” in Kyritz zusammen.

Und wie zu erwarten war, gab es nicht wenige Anklagen, die gegeneinander lanciert wurden. Nicht genug, dass der Fürst von Berlin des Konkordatsbruches angeklagt wurde, nein,  es gab Anklagen wegen Fürstenmord und Brüchen beinahe sämtlicher Traditionen. Die Fürsten von Hamburg und Kiel, Sehested und Fangzahn trugen ihren Konflikt auch auf dieses Konzil und verklagten sich gegenseitig, die Domäne gebrochen zu haben. Und auch die Lübecker Vertretung unter dem Ahnsherrn von Stein mischte mit und verklagte die Kieler.

Die Vetretung des Hamburger Fürsten schien aber nicht genug Stimmen eingekauft zu haben, denn immerhin wurde Fangzahn ebenso freigesprochen wie Sehested. Allerdings überlebte Björn Fangzahn das Konzil dennoch nicht, da er in einem Gottesurteil vom Vertreter des Fürsten, Johann von Anckelmann vernichtet wurde. Dieses Gottesurteil focht Anckelmann zwar in Vertretung des Ahnsherrn von Stein, aber der sprach für Lübeck. Und waren die Lübecker nicht Verbündete des Hamburger Fürsten gegen Kiel gewesen? So mancher dürfte sich fragen, wie zufällig die Ereignisse des Konzils wirklich waren.

Mit großer Trauer nahmen die Hamburger Bürger den Tod des Bruders ihres Fürsten, des Vicomte de Gramont auf. Auch er fiel in einem Gottesurteil und wohl keiner dürfte die drei Ventrue beneidet haben, die die traurige Aufgabe hatten, den Fürsten vom Tode seines Bruders zu unterrichten.

Für Schrecken unter den Anwesenden sorgten auch Träume, die offenbar alle Konzilsteilnehmer während des Tagschlafes befielen. Die Traumgestalten sprachen davon, dass man in die großartige Vergangenheit des Blutes zurückkehren sollte, die vor dem Zweiten Weltkrieg in der Gesellschaft der Vampire geherrscht habe. Die Jüngeren fragen sich, wie es damals wirklich war und die Alten denken mit Schrecken an diese Zeit zurück, denn sie wissen wie es damals war…

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