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Painful Revelations

In meinem Kopf regieren Zorn und Wahn
Der Geist versklavt und ihnen Untertan
Ich kann mich nicht von dir befrei’n
Solang du bist kann ich nicht sein
— ASP, Raserei

Einladung von Frau Kokany am 1.7.2011

Im Grunde schienen die Zeichen, unter denen sich die unsterbliche Gesellschaft der Hansestadt versammelt hatte gut zu sein. Der Prinz, wieder da. Der vieldiskutierte Senat, von ihm bestätigt. Die Frage der Prinzregentenschaft, geregelt. Der elysiale Friede des Wudao, wiederhergestellt. Alles schien gut, ein Trugschluss, Ihr Narren.

Der Friede des Abends war dahin, als eine schwarz verbrannte Gestalt hereinwankte, gestützt auf einen Ghul. Was von diesem Vampir übrig war, behauptete felsenfest, vor das Antlitz Gottes getreten zu sein und dessen Zeichen empfangen zu haben. Sofort teilten sich die Lager. Zwei der Narren gerieten sofort aneinander. Der Narr im Anzug glaubte bedingungslos und obrigkeitshörig den Worten des Gebrandmarkten. Der Trottel im Punkeroutfit widersprach, lästerte und provozierte, wie es nun mal seine Art zu sein scheint. Was soll man noch sagen? Die Gemüter kochen hoch, man fängt an sich anzufauchen, es wird geknurrt, geflucht und geschrieen.

Der Kampfraum wird aufgesucht, Blut vergossen, Schlichtungsversuche versagen, die Hüterin der Elysien scheint lieber schnell das Weite gesucht zu haben, anstatt irgendetwas zu unternehmen. Alles in allem mit vielen Wunden, Wut, rasenden Bestien und Monstern, die sich einzureden versuchen, keine zu sein, ein voraussehbarer Abend. Seht es endlich ein: Ihr seid keine Menschen mehr, ihr seid Bestien. Je früher ein jeder sich dies eingesteht, desto eher findet ihr den Frieden des Todes. Ich muss es wissen, ich fand meinen Frieden vor Monaten schon.

Matthias Eisner, aus dem Grab an diese Raubtiere, die versuchten eine Cocktailparty zu veranstalten. (Autor: Toni)

Tribut an den Fährmann

Es ist wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergisst man den andern Satz, dass vorwärts gelebt werden muss.
— Søren Kierkegaard

Einladung des Maximilian Ulysses von Browne am 6. Mai 2011

»Leben, Sterben und alles danach – so könnte man die Phasen unserer Existenz summieren. Wir teilen uns jenes Danach, schreiben gemein­sam unsere Geschichten weiter und sind einander teils liebende, teils grausame Editoren.«

Mit diesen Worten lud der Reichsgraf die Hamburger Gesellschaft und verlangte in seiner Einladung nichts Geringeres als die den letzten sterblichen Tag eines jeden seiner Gäste. Manche Schicksale glichen einander, andere waren grundverschieden, aber es werden nicht wenige dem Gastgeber insgeheim zugestimmt haben, dass man seinen Nächsten aus anderen Augen wahrnehmen konnte, ihm näher gekommen ist. Nah genug, um mit neuem Wissen den nächsten Dolchstoß besser zu platzieren?

Admiral Jevgenij

You can’t repel foreign Gangrels of that magnitude! Disclaimer: it is not necessarily a plot-hint. 😉

Altonaer Attitüden

“Nobis bene, nemini male.”

— Inschrift am Stadttor Altonas

Neujahrsempfang des Senates zu Hamburg am 7. Januar 2011

Nachdem sich im Dezember 2010 ein Gremium aus drei Senatoren ihrer jeweiligen Häuser zusammengefunden hatte, welches die Geschicke der Stadt Hamburg lenken will, wurde das Haus Suspire mit der Ausrichtung des traditionellen Neujahrsempfanges beauftragt.

So konnte deren Senatorin Bürger und Gäste der Stadt im Wu Dao begrüßen, auch ein paar neue Gesichter waren dabei. Allen voran sorgte eine gewisse Cäcilia für Aufsehen, hatte sie doch eigentlich im Sinn so schnell wie möglich den Prinzen zu sehen, was ihr nach einem längeren Disput mit Herrn Engelsmacher dann auch in Aussicht gestellt wurde. Beide schienen einander schon länger zu kennen und der zwischen ihnen bestehende Streit war offensichtlich älter als die meisten Anwesenden.

Doch sollte noch eine tiefere und für die Domäne bedeutsamere Kluft später am Abend offenbar werden. Wie schon zu erwarten war, blieb Sofie von Liliental bei ihrer schon im letzten Jahr deutlich bekundeten Abneigung gegenüber eines Gremiums, das Hamburg regieren sollte. Als der versammelte Senat sich bei der Ernennung von Herrn Fisher zum Vogt als alleinige Vertretung des Prinzen verstand, machte die Prinzregentin Sehesteds ihrem Unmut deutlich Luft.

Ein Wort gab das andere, Stimmen wurden lauter und auch wenn sich keiner zu Handgreiflichkeiten hinreißen ließ, war die Domäne gespalten. Die Konfrontation gipfelte in der Feststellung des Senats, das Prinzregentenamt als Vertretung des Fürsten käme eben gerade nicht zur Anwendung, worauf die Freifrau ohne zu zögern auf ihre Rechte in Altona hinwies.

So schloß sie nicht nur die Tore, die jahrzehntelang offen waren, sondern drohte auch jedem mit der Vernichtung, der die Grenzen ihrer Domäne nicht achtet. Es bleibt abzuwarten, ob diese Worte nur im Zorn oder bitterem Ernst gesprochen wurden.

Und kann der entstandene Graben wieder überwunden werden oder bedeutet dieser Abend den Beginn der Teilung der Stadt?