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End Credits

„Guns don’t kill Mutants. I do.“
— aus: Duke Nukem 3D, 1996

Gespenstische Stille liegt über den dünn verschneiten Feldern. Die Gruppe fährt ohne Licht, die Straße ist leer. Irgendwann erreichen sie ihren Bestimmungsort. Die Straße ist mittlerweile einem rumpeligen Feld­weg gewichen, der dann abrupt am Wasser endet.

Fahler Dunst wabert über das schwarze Wasser, Gräser und Schilf in der Nähe tragen zarten Frost. Die Bäume sind kahl, kein Laut dringt aus dem Dickicht.

Der Motor wird gestoppt. Vier Personen verlassen den Wagen und gehen schweigend an ihr Werk.

Die sterblichen Überreste werden im Wagen hinterlassen, den sie zu allen Seiten sorgfältig verschließen. Benzin wird über die Karosserie gegossen. Es ist ein ungleiches Paar, dass das Fahrzeug ins Wasser schiebt, der Hinkende und der Punk. Mit einem morschen Baumstumpf drücken sie das treibende Vehikel weiter nach draußen, ehe die einzige Dame der Gesellschaft ein Feuerzeug zieht, anzündet und in einem gekonnten Wurf gegen den Lack des Wagens schleudert. Auf dem Wasser kommt es zum Feuerball, anschließend zur Flammensäule, die zunehmend Richtung Elbmitte treibt und dort langsam sinkt. Die Umgebung glüht auf und für einen Moment sind Dunkelheit und Kälte vertrieben.

Die Flammen werden schwächer, irgendwann erlöschen sie ganz.

Bis jetzt ist keine Sirene zu hören, trotzdem verlieren die Versammelten keine Zeit. Nach etwa fünfzehn Minuten Fußweg erreichen sie einen morschen Steg neben einer entkernten Backsteinruine am Elbufer. Ein kleines Motorboot liegt dort an, ein älterer Herr in dicker Winterkleidung wartet schon. Die vier steigen ein. Der Sterbliche spricht demütig sein herzlich empfundenes Beileid aus, bevor er die Leinen lässt und das Boot über die Elbe, Richtung Norden, tuckern lässt.

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