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Blutmond

31.05.2008

Niemand kann sich sicher sein, was geschah. Was real war und was nur Einbildung.

Nach mehreren Monaten des Kriegszustands mit dem nur schwer fassbaren Sabbat, hatte die Domäne eine Falle vorbereitet, um dem Feind ein Ende zu bereiten. Falsche Spuren waren gelegt worden, ein Haus auf dem Lande wurde in einen tödlichen Hinterhalt verwandelt und alles funktionierte, wie es sich die Camarilla vorgestellt hatte. Im Nachhinein könnte man sagen, dass eigentlich alles so funktioniert hatte.

Aber hatte in den Monaten zuvor der Sabbat nicht alle Erwartungen der Camarilla erfüllt? Hatte er nicht schreckliche Verbrechen angerichtet, die Stadtteile südlich der Elbe in soziale Brennpunkte voller Kriminalität verwandelt und immer wieder die Maskerade ins Wanken gebracht? Wurden nicht auch immer wieder kleine oder größere Erfolge erzielt und sogar ein Führer des Sabbats vernichtet?

Doch warum war der Sabbat so zurückhaltend, wenn er doch so großen Einfluss entfalten konnte?

Die Falle schnappte zu. Die rasenden Vampire des Sabbats starben durch die Waffen und Kunst der Tremere, diejenigen, die überlebten, wurden von der Camarilla niedergemacht unter dem Licht des Blutmondes.

Es hätte ein siegreiches Ende sein können, doch es erwies sich als der tückische Plan der Alicia Ann Barrows, einer alten Malkavianerin des Sabbats, die mit den Gedanken der Camarilla spielte und sie mühelos integrierte in das kranke System ihres Wahnsinns.

Barrows verschwand ungesehen wie sie gekommen war und mit ihr alle Spuren des Sabbats. Die Vampire der Camarilla blieben zurück, nicht sicher, ob sie einen Sieg oder eine Niederlage davongetragen hatten.

Nur in den Kellern und Kanälen der Nosferatu herrschte bleierne Stille, denn hier hatte die alte Wahnsinnige ihren Durst nach Blut und Macht gestillt, während der Blutmond die Nacht erhellte…

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